Montag, 21. März 2016

Krebs


Ich habe zum Thema Krebs eine Webseite geschrieben. Siehe „www.monas-jetzt.de"
 
Ihr könnte mich auch auf Facebook besuchen. Sowohl unter "Monas" als auch unter "Monas Lustmann"

Donnerstag, 15. Oktober 2015

VW-Abgas-Skandal

Lt. Spiegel Online wurde heute vom Kraftfahrt-Bundesamt der Rückruf von 2,4 Millionen Fahrzeugen angeordnet. Eine von VW vorgeschlagene freiwillige Reparatur reichte der Behörde nicht. Der Wolfsburger Konzern hatte weltweit bis zu 11 Millionen Fahrzeuge verkauft, die eine Software eingebaut hatten, die bei Abgasmessungen manipuliert haben. Die Funktion dieser Software wurde von der US-Umweltbehörde EPA als "Abschalteinrichtung" bezeichnet. Denn während des Abgastests wurde die Motorsteuerung so verändert, dass die Abgaswerte gegenüber dem realen Betrieb auf Straßen sanken.

Ich habe nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden, warum der Wolfsburger Konzern diese Software eingebaut hat. Haben sie es aus Kostenersparnis gemacht oder weil sie das Abgasproblem technisch nicht lösen konnten?

Am 21. Oktober bekam ich die Antwort auf meine Frage: Lt. der Zeitschrift Stern vom 1.10.2015 hat der Wolfsburger Konzern die Welt betrogen, weil ihr früherer Konzernchef geltungssüchtig war. Er wollte den VW-Konzern zum größten Autobauer der Welt machen, größer noch als Toyota. Dafür brauchte er vor allem Amerika. Und der geeignete Motor dafür war der abgasarme TDI. Da die VW-Ingenieure die strengen Abgasnormen der Amerikaner technisch jedoch nicht lösen konnten, bauten sie die Software ein, die die Autos manipulierten.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Friedensnobelpreis 2015

Am 9. Oktober ging der Friedensnobelpreis 2015 an das tunesische Dialog-Quartett, bestehend aus Gewerkschaftsbund, Arbeitgeberverband, Menschenrechtsliga und Anwaltskammer. Der Preis wurde vergeben, weil das Quartett einen friedlichen Prozess einleitete, während Tunesien nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine El Abidine Ben Ali am Rande eines Bürgerkrieges stand.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben 156 Kriege stattgefunden (und finden z.T. noch statt). Diese Kriege haben lt. Schätzungen ca. 100-185 Millionen Kriegsopfer gefordert. Wenn ich mir vor Augen halte, dass zur gleichen Zeit (seit 1901) 130 Friedensnobelpreise vergeben wurden, dann wird mir klar, dass die Bemühungen der Friedensnobelpreisträger keinen Frieden auf die Erde gebracht haben.   
Während Frieden in der Politik nicht mehr als ein Waffenstillstand zwischen Staaten oder ethnischen Gruppierungen ist, ist er auf der persönlichen Ebene ein Zustand von innerer Ruhe und  Zufriedenheit. Kann man einen solchen Zustand erreichen, während man gleichzeitig voller Anspruchsdenken ist? Buddha sprach von der Wurzel aller Unzufriedenheit, die von den drei Geistesgiften Gier, Hass und Verblendung hervorgerufen werden. Als Grundursache hob er die Verblendung hervor. Damit meinte er die Unwissenheit über die wahre Natur des Geistes. Diese Unwissenheit spiegelt sich im Ich wieder, das der Mensch in sich selbst erschaffen hat. Dieses Ich ist die Ursache aller Ansprüche, die man an das Leben stellt. Damit liegt die Ursache aller innerer Unzufriedenheit und Kriege im menschlichen Ego. Wollen wir inneren Frieden finden, müssen wir uns von unserem Ego befreien. Einen solchen Zustand zu erreichen, setzt eine Selbsterforschung voraus. Die Frage "Wer bin ich?" ist entscheidend.

Im Allgemeinen bezieht der Mensch die Frage nach dem "Wer bin Ich?" auf die Entwicklung seiner Fähigkeiten und Talente. Da alle Antworten aber aus dem Denken kommen, können Gier, Hass und Verblendung nicht transformiert werden. Daher sollte die Frage darauf abzielen, wer Ich vom absoluten Standpunkt aus bin, also jenseits aller Gedanken, Veränderungen und Vergänglichkeit. Wer dieser Frage mit Leidenschaft und Ausdauer nachgeht, wird letztlich eine Antwort erhalten, die nicht aus seinem Denken kommt. Dann wird sich der Betreffende augenblicklich in einen friedlichen Menschen verwandeln. Und ich finde, dass ein solcher Mensch den Friedensnobelpreis verdient hätte. Obwohl, er würde ihn gar nicht annehmen.




 

Zentralrat der Juden warnt vor arabischem Antisemitismus

Lt. "Die Welt" hat Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, am 3. Oktober bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt: "Unter den Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, stammen sehr viele aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehört. Sie sind mit dieser Israelfeindlichkeit aufgewachsen und übertragen ihre Ressentiments häufig auf Juden generell." Schuster sagte weiter, dass es der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüße, viele Flüchtlinge aufzunehmen, aber ohne diese pauschal zu verdächtigen, es in der jüdischen Gemeinschaft jetzt auch Sorgen gibt.

Mal abgesehen davon, dass sich in Deutschland nicht nur die jüdische Gemeinschaft, sondern auch Regierungsmitglieder und Vertreter von Industrie, Polizei, Flüchtlingseinrichtungen und Kirche Sorgen über das Flüchtlingsproblem machen, regte mich die Aussage Josef Schusters dazu an, darüber nachzudenken, warum wir überhaupt innere Feindbilder erschaffen. Denn diese bestehen nicht nur seitens der Flüchtlinge auf das Judentum, sondern auch zwischen Völkern, Religionen und ethnischen Gruppierungen aller Art. Und das Problem geht sogar tiefer, denn es spaltet die Beziehungen der Menschen untereinander und nicht genug damit, jeder Mensch lebt im Zwiespalt mit sich selbst. Warum ist das so?

Vor langer Zeit haben wir Menschen unsere Einheit mit dem Ganzen, auch Gott genannt, verloren. Das geschah, weil wir uns, aus welchen Gründen auch immer, ein Ich erdacht haben, das wir anstelle von Gott gesetzt haben. Dieses Ich aber frönt dem Egoismus, was bedeutet, dass wir zuallererst an uns selbst denken. Damit haben wir eine Kluft zwischen Ich und Du erschaffen. Oder mit anderen Worten sind wir von der erhabenen vierten Dimension in die dritte herabgefallen. In der dritten Dimension nun, die wir ganz allgemein als unsere einzig wahre Realität betrachten, unterliegt alles den dualen Gesetzen. D.h. dass hier jedes Ding sein Gegenteil hat. Daher teilen wir die Dinge z. B. in gut und schlecht, richtig und falsch, arm und reich, ein. Im Unterschied dazu ist in der vierten Dimension alles eins. Wer sich der vierten Dimension bewusst ist, akzeptiert alle Gegensätze und Widersprüche, denn ihm ist bewusst, dass sich das physische Leben fortbewegt, indem es frei zwischen den Gegensätzen hin- und herschwingt. Damit akzeptiert er auf dieser vierten Dimension die Gegensätze in sich selbst und in Anderen.

Da wir nun ein Ich erschaffen haben, das sich vom Du getrennt hat, betrachten wir den Anderen als Feind. Auf der physischen Ebene hat nun jeder seine eigene Ansicht, sein eigenes Wunschdenken und jeder bekriegt jeden, der nicht seiner Meinung ist. Religionen, Philosophen, Ideologien und Psychotherapeuten haben keine Lösungen anzubieten, weil die Kluft, die das Ich hervorgebracht hat, überhaupt nicht als Konflikt erkannt wird. Das Problem lässt sich nur lösen, wenn wir danach trachten, uns wieder der vierten Dimension bewusst zu werden.

Um das zu bewerkstelligen, kann man damit beginnen, das Leben, so wie es ist, vom Kopf her zu akzeptieren. Mit anderen Worten können wir uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit klar machen, dass alles, was wir nicht mögen, nur deshalb so ist, weil wir es durch unsere persönliche Brille betrachten. Der zweite Schritt liegt dann darin, dass wir alle Gegensätze im Herzen vereinen. Das bedeutet, dass wir uns selbst (immer wieder) genau so akzeptieren, wie wir sind. Das betrifft unsere schlechten und guten Seiten. Dieser Prozess, den wir wirklich leidenschaftlich und bewusst ausüben müssen, bringt uns der vierten Dimension, die sich durch Glückseligkeit und Liebe auszeichnet, näher. Sich selbst und andere zu lieben, ist übrigens auch die Kernaussage der jüdischen Tora. Wer sich selbst liebt, kann zumindest das, was er im Außen nicht mag, tolerieren. Damit wird der Mensch zu dem, was er schon immer war: Eins mit allem.

Papst Franziskus


 
Vor einem Jahr bezog Papst Franziskus Stellung zum Islamischen Staat: Lt. Zeit Online vom 19. August 2014 sagte er: "Grausame Angreifer wie im Irak müssen gestoppt werden." Am 6. September 2015 rief er lt. Tagesschau.de alle Gläubigen dazu auf, Flüchtlingen Schutz vor Krieg und Hunger zu gewähren. Am 19. September 2015 begann der Besuch des Papstes in Kuba und forderte mehr religiöse Freiheiten für die Kirche. Spiegel online titelte: "Papst Franziskus auf Kuba: Der Hoffnungsträger". Ein paar Tage später besuchte der Papst die USA und kritisierte lt. Spiegel.de am 24. September vor dem US-Kongress sowohl die Waffenlieferungen in Krisen- und Konfliktgebiete, als auch die in 31 der 50 Bundesstaaten immer noch gängige Praxis von Todesstrafen. Ich ziehe den Hut vor Franziskus. Endlich spricht er das Unrecht auf dieser Welt deutlich an. Ende November diesen Jahres will der Papst einen Beitrag zur Klimakonferenz in Paris leisten.

Was die Rolle von Franziskus als irdischer Stellvertreter Jesu Christi betrifft, so ist er fast auf dessen Wellenlänge. Denn lt. Evangelien zog Jesus nach Jerusalem, um die jüdischen Autoritäten zurecht zu weisen. Diese plünderten das Volk neben den Römern und dem jüdischen König Herodes zusätzlich aus. Als "gewaltbereiter Revoluzzer" wurde er schließlich von der Römischen Staatsgewalt zum Tode am Kreuz verurteilt.


Für mich ist Papst Franziskus tatsächlich ein Hoffnungsträger. Um seine Forderungen nach einer menschlicheren Welt effizienter durchzusetzen, müsste er sich allerdings zum aggressiven Redner entwickeln. Denn die Gier der großen Konzerne und der Hass der Kriegstreiber kann nicht laut genug kritisiert werden. Aufgrund seiner Persönlichkeit hat Franziskus die Chance, die Welt zu einem menschlicheren Ort zu machen. Ich bin gespannt, ob er seine Chance nutzt.

 

Syrienkrieg


Der Krieg in Syrien brach aus, als es Anfang 2011 im Zuge des Arabischen Frühlings zu Demonstrationen gegen das Assad-Regime kam. Die Hoffnungen auf eine Demokratisierung im Lande erfüllten sich nicht, stattdessen ließ Assad die Proteste mit Gewalt niederschlagen. Inzwischen ist aus den friedlichen Demos ein Bürgerkrieg geworden. Jetzt kämpfen verschiedene religiöse und ethnische Organisationen gegeneinander und alle gemeinsam gegen die Regierung. Die Lage ist vollkommen undurchsichtig. In der Hauptsache setzen sich die Kämpfenden aus der Assad-Armee, der "Freien Syrischen Armee" (Zusammenschluss ehemaliger Demonstranten und Assad-Soldaten), der "al-Nusra-Front" und des "IS". Dazu kommen Tausende von Jugendlichen aus Europa, Irak, Libyen und Saudi-Arabien. Der Begriff "al-Nusra-Front" bedeutet: "Unterstützungsfront für das syrische Volk". Diese Organisation gehört der al-Qaida an und kämpft gegen die Assad-Regierung, Teile der Freien Syrischen Armee und kurdische Volksverteidigungseinheiten.

Die "Unabhängige Untersuchungskommission zu Syrien" hat dem UN-Menschenrechtsrat in Genf Anfang September 2015 einen Bericht vorgelegt, in dem von massiven Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schweren Menschenrechtsverletzungen die Rede war. So versklavt der IS jesidische Frauen und Regierungstruppen verhaften sunnitische Männer, weil sie diese für Kämpfer feindlicher Truppen halten. Rund 10 Millionen Menschen, also etwa die Hälfte des syrischen Volkes sind auf der Flucht.  und der Bürgerkrieg hat bis März 2015 etwa 220.000 Menschenleben gefordert. Siehe http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/220-000-tote-in-vier-jahren-sechs-gruende-warum-der-buergerkrieg-in-syrien-kein-ende-findet_id_4538551.html

Islamischer Staat


Am 3. September 2015 bewegte mich der Tod des kleinen Ailan Kurdi. Er saß mit seiner Familie in einem von zwei Schlauchbooten, die auf dem Weg von der türkischen Küste nach Griechenland kenterten. Seine Familie war wie viele andere Syrer auf Booten vor dem Terror des IS geflohen. Während die meisten EU-Staaten darüber streiten, wie man ein paar Hunderttausend Flüchtlinge auf 507 Millionen Bewohner verteilen kann, machte ich mir Gedanken über den IS:

Der IS ist eine fundamentalistische Organisation, die das Ziel hat, einen Gottesstaat im Gebiet von Syrien, Irak, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien zu errichten. Der IS hat seine Wurzeln im Irak-Krieg (auch zweiter Irakkrieg bzw. dritter Golfkrieg genannt). Dieser Krieg begann am 20. März 2003, als die USA und Großbritannien, unterstützt von einer "Koalition der Willigen", ohne UN-Resolution, also völkerrechtswidrig, in den Irak einmarschierten. Als Begründung der Invasion präsentierte US-Außenminister Colin Powell im UN-Sicherheitsrat bereits am 5. Februar 2003 angeblich unumstößliche Beweise für biologische und chemische Massenvernichtungswaffen im Irak und unterstellte dem Staat akute Angriffsabsichten. Nach intensiver Suche einer Gruppe von 1.400 amerikanischen und britischen Experten kam der oberste Waffeninspekteur Charles Duelfer im Oktober 2004 zum Schluss, dass der Irak weder über Waffenvernichtungswaffen noch über entsprechende Programme zu ihrer Herstellung verfügte.

Später wurde die Begründung für die Invasion als Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet. Natürlich war George W. Bushs Angriff auf den Irak auch ein Rachefeldzug für den 11. September 2001 und damit ein Angriff auf die Ideologie militanter Islamisten. Aber ihm wurden vor allem geopolitische und wirtschaftliche Interessen am Irak vorgeworfen. So waren Konzerne wie Blackwater (ehemals größte Söldnerfirma Amerikas) und Halliburton (fragwürdige Geschäfte mit erdölfördernden Ländern wie Libyen, Irak und Iran) die großen Profiteure des Irakkrieges. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Dick Cheney von 1995 - 2000 Vorstandsvorsitzender von Halliburton war. Ja, derselbe Dick Cheney, von 2001 - 2009 Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter George W. Bush. Offiziell war der Irakkrieg am 1. Mai 2003 beendet. Als die letzten Amerikaner den Irak gut 8 Jahre später (Dezember 2011) verließen, hinterließen sie ein Land, das am Rande eines Bürgerkriegs stand, dessen Infrastruktur und Sicherheitslage zerstört war und in dem religiöse Gruppen um die Vorherrschaft kämpften. In diesem Chaos hatte Mitte Oktober 2006 das ISI-Informationsministeriums (ISI = Islamischer Staat Irak) die Gründung des Islamischen Staates ausgerufen. Und dieser IS mischt nun mit im Syrienkrieg.

Für mich sind Politiker jeglicher Couleur auf dem Macht-Trip. Machiavelli sagte bereits um 1515: "Politik ist die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen“.

Freitag, 29. Mai 2015

Bin erstaunt


Ich habe knapp zwei Jahre nicht mehr an diesem Blog geschrieben und bin erstaunt, wie viele Menschen ihn immer noch lesen. Nach meiner Krebserkrankung (siehe hierzu mein Blog "mensch-monas.blogspot.com" bzw. mein Buch "Gegen Krebs ist viel Kraut gewachsen") schreibe ich an diesem Blog jetzt wieder weiter.

Über den Umgang mit Emotionen habe ich unter meinem Namen Monas Lustmann ein Buch geschrieben. Titel "Sei Dir selbst ein Freund".



Dienstag, 13. August 2013

Die Scheinheiligkeit der Politiker


Wie scheinheilig Politiker sind, zeigt die NSA-Schnüffelaffaire. Der SPD Kanzlerkandidat Peer Steinbrück warf Angela Merkel am 14.07.2013 in der „Bild am Sonntag“ vor, ihren Amtseid gebrochen zu haben. Er begründete seinen Vorwurf damit, dass der Bundesnachrichtendienst vom Kanzleramt koordiniert werde und damit habe wissen können, dass Grundrechte in Deutschland durch das Spähprogramm „Prism“ verletzt wurden.
Sofort erinnerte die Bundesregierung daran, dass die Zusammenarbeit zwischen dem BND und der amerikanischen NSA von der rot-grünen Bundesregierung bereits viel früher, nämlich am 28. April 2002, in Bad Aibling abgesegnet wurde. Dazu befragt, ignorierte der ehemalige Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) diese Frage und wies stattdessen darauf hin, dass das Programm „Prism" erst seit 2007 existiere. Doch wie wir inzwischen wissen, gilt die Existenz des Lauschsystems „Echelon“, seit einer Untersuchung des europäischen Parlaments von 2001, als gesichert.

Heuchelei ist ein Verhalten, bei dem eine Person nach außen hin ein Bild von sich vermittelt, das nicht der Wahrheit entspricht. Dieses Verhalten weisen alle Menschen auf, die etwas zu verbergen haben. So besehen ist Scheinheiligkeit in der Politik gar nicht zu vermeiden. Das ist wohl der Grund, warum Politiker oft um den heißen Brei herumreden.

Machiavelli sagte einmal, dass Politik die Summe der Mittel ist, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen. Damit ist eigentlich alles gesagt.

Montag, 12. August 2013

Edward Snowden


 
Wie wir durch die Veröffentlichungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden erfahren haben, werden die meisten Daten unserer Kommunikationsverbindungen vom US-Geheimdienst NSA ausgespäht. Den Amerikanern geht es hierbei um ihre nationale Sicherheit. Wenn man die Gefahren des weltweiten Terrorismus betrachtet, dann ist dieses Vorgehen zum Teil verständlich. Doch warum ist die Situation auf Erden so, wie sie ist?

Der Mensch ist zutiefst misstrauisch. Vielleicht liegt das an seinem ältesten Gehirnteil, dem sog. Reptilienhirn. Hier sind unbewusste Instinkte verankert, die ihn einst vor wilden Tieren schützten. So leben wir ständig in einem subtilen Zustand von Stress, Angst und Sorgen. Wer ein entspanntes Leben leben will, ohne diese ständige Furcht vor Angriffen, Attacken und Überfällen, der muss sich auf einen Bewusstseinsprozess einlassen. Ein solcher Prozess führt tief nach innen, dort wo vollkommenes Vertrauen herrscht. Ein solcher Frieden kann nicht von Regierungen verordnet, sondern nur vom einzelnen Menschen erfahren werden.

Das Fühlen ist eine Meditationstechnik, die Dich tief nach innen führt. Um diese Technik auszuüben, musst Du zu einem Paradigmenwechsel bereit sein. D.h. dass Du Deinen Focus von den äußeren Ursachen auf Deine Emotionen verlegen musst. Wenn Dich z.B. irgendeine Sache mit Angst erfüllt, dann denke nicht darüber nach, wie Du Dich wehren kannst, sondern fühle diese Angst. Fühle sie so lange, bis sie sich vollständig auflöst. Das ist nicht einfach, weil sich unser denkendes Hirn immer wieder einmischt. Doch lass Dich nicht entmutigen, der Frieden ist näher, als Du denkst.
 

Samstag, 25. Mai 2013

Monas hat Tumor

Ich habe lange nicht mehr geschrieben, weil ich mit meinem Manuskript beschäftigt war. Gerade als ich damit fertig war, wurde in meiner Blase am 11.09.2013 ein Tumor festgestellt. Das war ein Schock, denn ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas widerfahren würde. Da ich mir den Tumor jedoch nicht herausschneiden lassen sollte, entschloss ich mich gegen eine transurethrale Resektion. Das ist die übliche Operationstechnik, die bei Blasentumoren durchgeführt wird. Der Urologe ärgerte sich über meine "Unvernunft" und sagte, dass Blasentumoren zu 97% bösartig sind. Um mir meine Situation zu verdeutlichen, warnte er mich vor den Risiken: Blasenverschluss, künstlicher Blasenausgang oder gar eine komplette Blasenentfernung.

Ich beschrieb den ganzen Prozess der letzten acht Monate in meinem Manuskript. Hier eine Zusammenfassung:

Ich habe meine Ernährung umgestellt, unerlöste seelische Konflikte verarbeitet und vor allen Dingen immer wieder Panik und Ängste aufgelöst, die sich in mir ausbreiten wollten. Anfang Januar 2013 zeichnete sich auf einem Ultraschallbild ab, dass der Tumor seine ursprüngliche Größe verloren hatte. Dieses Ergebnis bestätigte sich Anfang April 2013. Der Urologe war jedoch nicht überzeugt. Es bestand die Möglichkeit, dass der Tumor, unsichtbar für den Ultraschall, in den Bauchraum hineingewachsen war. Daher suchte ich am 22.05.2013 ein radiologisches Labor auf, wo eine MRT (Magnetresonanztomographie) gemacht wurde. Ergebnis: Der Tumor war weder in die Blasenwand eingewachsen, noch hatte er im Bauchraum Metastasen gebildet. Außerdem war er nur noch 1,4 cm groß. Damit war er um zwei Drittel seiner ursprünglichen Größe kleiner geworden :-))

Wer von meinen Lesern mit einem Tumor oder Krebs befallen ist und Rat braucht, der möge mich bitte unter meiner E-Mail Adresse monaslustmann@yahoo.de anschreiben.

Fortsetzung siehe "Bin erstaunt"

Montag, 16. Juli 2012

Liebe Leser

Im Augenblick schreibe ich an meinem Buch. Daher hier erstmal keine neuen Texte. Fragen bitte wie üblich an meine e-mail Adresse.

LoL
Monas

Montag, 21. Mai 2012

Champions League Finale 19. Mai 2012

„Bayern-Drama!“ titelte die Bildzeitung am 21. Mai 2012. Dann fragte sie: „Zerbricht S. an diesem Schuss?“ Gemeint war der FC-Bayern Star Bastian S., der beim Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter verschoss. Bayern-Sportdirektor Christian N. sagte: „Es ist keine Niederlage, die man an einem Abend abstreift. Das ist eine Niederlage, die einen verfolgen wird, weil es eine historische Chance war. Es wird schon einige Zeit dauern.“

Der berühmte Börsen- und Finanzexperte André Kostolany soll einmal gesagt haben: „Wer sein Vermögen nicht mindestens dreimal verloren hat, versteht nichts von Aktien.“ Der Mann hatte recht. Niederlagen und Misserfolge gehören ebenso zum Leben, wie Siege und Erfolge. Die Frage ist allerdings, wie man Misserfolge verarbeitet?

Die Psychologen behaupten zu Recht, dass immer dann, wenn sich Erwartungen nicht erfüllen, Angst, Enttäuschung, Trauer und Schuld in uns ausbreiten. Daher geben sie uns zwei Empfehlungen: Erstens die Niederlage akzeptieren. Das will heißen, dass die Schuld weder verleugnet, noch auf andere geschoben werden soll. Zweitens sollen wir die auftretenden Emotionen ausleben.

Es ist natürlich besser, Gefühle auszuleben, als sie zu unterdrücken. Manchen Menschen tut es gut, zum Schreien oder Weinen in den Wald zu gehen. Oder sich mit ihren Partnern oder Freunden auszusprechen. Manche finden Trost in der Musik oder drücken sich beim Malen aus. Alle diese Beispiele drücken die Gefühle aus. Gibt es denn nicht noch eine andere Lösung?

Jetzt geht die Angst in Deutschland um, dass die Spieler des FC Bayern ihre Enttäuschung mit zur Fußballeuropameisterschaft nehmen. Das wäre fatal, denn sie bilden das Gerippe der Nationalelf. Und die Fußballfans wünschen sich nichts sehnlicher, als den Titel des Fußballeuropameisters. Was also könnten die Nationalspieler des FC Bayern München jetzt tun? Meine Empfehlung: SICH EIN PAAR MINUTEN AUF DEN SCHMERZ KONZENTRIEREN, IHN FÜHLEN UND DANN MIT IHM VERSCHMELZEN! Wenn Ihr das tut, dann wird die Enttäuschung aus Euerem Leben verschwinden. Das ist reine Alchemie!

Freitag, 4. Mai 2012

Der Schrei - 120 Millionen Dollar

Der norwegische Maler Edvard Munch (1863 bis 1944) malte im Rahmen einer Serie von 1893 bis 1910 vier Bilder mit dem Namen „Der Schrei“. Zwei Gemälde befinden sich im Munch-Museum Oslo, eines in der norwegischen Nationalgalerie und eines in Privatbesitz. Das aus dem Privatbesitz wurde am 2. Mai 2012 bei einer Auktion von Sotheby´s in New York für knapp 120 Millionen Dollar versteigert. Das Bild zeigt im Vordergrund eine Person mit weit aufgerissenem Mund. Sie presst die Hände entsetzt seitlich an den Kopf und ihre Augen sind vor Schreck erstarrt. Das Bild vermittelt Verzweiflung und Angst.

Das Leben des Malers war von Sucht, Krankheit und Tod geprägt. Er war alkoholkrank und depressiv … Mutter und Geschwister starben früh. „Der Schrei“ gilt als Beispiel für Munchs „Seelenmalerei“. Damit ist sein seelischer Zustand gemeint, den er durch seine Bilder beschreibt.

Die gesamte Menschheit ist krank. Und sie ist nicht nur krank, sondern auch pervers. Wie sonst ist es möglich, dass der seelische Zustand eines Malers 120 Millionen Dollar wert sein soll? Und wie kann es sein, dass es der Presse hauptsächlich darum geht, dass „Der Schrei“ jetzt das teuerste Bild der Welt ist? Der seelische Zustand Munchs ist der Alltag von Millionen und Abermillionen von Menschen. Und niemand ist da, um ihnen einen Weg aus ihrem Leiden zu weisen.

Ich lehre die Technik, die die Krankheit des Menschen beendet. Wir müssen lernen, uns unseren Ängste zu stellen … nicht einfach nur empfinden. Nicht vor Angst erstarren … sondern sie annehmen und fühlen, bis man mit ihnen verschmilzt. Dann sind sie weg!

Dienstag, 24. April 2012

Der elfte Tag – die Überlebenden von München 1972

Der TV-Sender „The Biography Channel“ hat anlässlich des 40. Jahrestags der Anschläge auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972 eine Dokumentation mit dem Titel „Der elfte Tag – die Überlebenden von München 1972“ produziert. Zu diesem Zweck holte der Fernsehsender sieben der insgesamt zehn Überlebenden für Dreharbeiten nach München. Sendetermin ist der 7. Juli 2012.

Am 22. April 2012 berichtete „Bild am Sonntag“ über die Dokumentation und stellte sechs der überlebenden Sportler vor. Hier der Bericht über Zelig Shtorch:

„ZELIG S, 71, Sportschütze. Seine Familie väterlicherseits wurde während des Holocaust ermordet. Er nahm auch nach München an Wettkämpfen teil, wurde 1978 bei den Olympischen Spielen in Seoul mit seiner Mannschaft Achter.“

S. erzählt: „Ich hatte meine Kleinkaliberwaffe mit in die Mannschaftsunterkunft genommen, um sie zu reinigen. Mit dieser Waffe stand ich hinter einem Vorhang und beobachtete einen der Terroristen. Ich überlegte, ihn anzugreifen. Aber ich wusste nicht, wie viele Terroristen es sind und was sie vorhaben. Ich hatte Angst, dass die Situation eskaliert, wenn ich schieße. Seit 40 Jahren lebe ich mit dem Schuldgefühl, mich möglicherweise falsch entschieden zu haben. Vielleicht hätten mehr überlebt, wenn ich den Terroristen angegriffen hätte.“

Schuldgefühle entstehen, wenn wir Angst haben, etwas falsch gemacht zu haben. Hat Zelig S. im Jahre 1972 also einen Fehler gemacht? Um diese Frage zumindest theoretisch zu erörtern, müsste man sich überlegen, was denn geschehen wäre, wenn er den Terroristen angegriffen hätte? Wenn man alle Möglichkeiten in Betracht zieht, kommt man immer wieder zum Ergebnis, dass sich ein Massaker wahrscheinlich nicht hätte vermeiden lassen. Dann hätte S. mit dem Schuldgefühl leben müssen, voreilig gehandelt zu haben.

Die kognitive Verhaltenstherapie würde das Problem folgendermaßen beurteilen: Der Sportler hat Schuldgefühle, weil er sein Verhalten falsch bewertet. Um sein Schuldgefühl aufzulösen, muss er seine Schlussfolgerung ändern, indem er sie gegen eine neue Beurteilung ersetzt. Anschließend muss er die neue Bewertung so lange einüben, bis sie anstelle des alten Denkmusters getreten ist.


Was in der Theorie so logisch klingt, hat in der Praxis wenig Erfolg. Denkmuster lassen sich nicht so ohne Weiteres austauschen. Sie wurzeln in unserer Erziehung, wo wir bereits gelernt haben, was wir für richtig und falsch halten. Diese Überzeugungen haben im Laufe der Jahre feste Nervenbahnen in unserem Gehirn erschaffen.

Es gibt eine intelligente Möglichkeit, das Problem zu meistern. Ich würde Betroffenen, wie Herrn Zelig S. raten, ihren Fokus auf ihre Schuldgefühle zu richten. Sie müssen sich ihnen zuwenden, als würden sie klassischer Musik lauschen. Das bedeutet, dass sie ihre Schuldgefühle fühlen müssen. Und zwar so lange, bis sie mit ihnen verschmelzen. Das ist reine Alchemie!

Sonntag, 22. April 2012

Oslo


Am 16. April 2012 begann vor dem Amtsgericht in Oslo der Prozess gegen Anders Behring B., der am 22. Juli 2011 insgesamt 77 Menschen getötet hatte. Als Motiv gab der 32-Jährige an, dass er die „regierenden Sozialdemokraten so hart wie möglich habe treffen wollen, da sie zum Massenimport von Moslems stark beigetragen hätten.“

Lt. Spiegel.de erklärte B. am 5. Prozesstag, dass er die Attentate nur deswegen durchstehen konnte, weil er sich emotional total abgekapselt hatte. Er machte dem Gericht klar: „Man muss gefühlsmäßig abgestumpft sein, das muss man trainieren.“ Bis 2006 sei er ein normaler Mensch gewesen. Danach habe er sich über mehrere Jahre „entmenschlicht“ und alle Emotionen abgelegt. Befragt nach seinem fehlenden Mitgefühl antwortete B. einer Guardian-Journalistin: „Ich glaube, ich würde einen Nervenzusammenbruch erleiden, wenn ich meine mentalen Schutzschilde entferne.“

Sind wir nicht alle Spezialisten darin, unsere negativen Emotionen zu verdrängen? Wir mögen zwar niemanden töten, sorgen aber dafür, dass unsere gesundheitlichen Zustände immer schlechter werden. Die stetig zunehmenden Depressionen, Nervenzusammenbrüche, Herzinfarkte und Krebserkrankungen sprechen eine klare Sprache. Erst unsere Gleichgültigkeit macht die Massentierhaltung, den Bau von Atomkraftwerken, die Abholzung der Regenwälder, die täglich 30.000 Verhungernden, die Verschuldung künftiger Generationen und die vielen Kriege möglich. Wir alle verherrlichen den Egoismus, jeder auf seine Art.

Der Mensch kann erst Mensch werden, wenn er sein Herz zum Herrn über den Verstand erhebt. Dann heilt er seine Neurose. An dieser ist er erkrankt, weil er sein Leben mit dem Kopf meistern will. Das funktioniert nicht. Du kannst Dein Leben nur fühlend meistern. Fühlen heißt, dass Du Dir Deiner Emotionen bewusst bist und sie geduldig fühlst, bis Du mit ihnen verschmilzt.

Montag, 9. April 2012

Günter Grass

Nachdem Günter Grass sein Gedicht „Was gesagt werden muss“ am 4.04.12 veröffentlicht hatte, hagelte es Kritik von allen Seiten. In dem Gedicht hatte er Israel vorgeworfen, den ohnehin brüchigen Weltfrieden mit seiner Iran-Politik zu gefährden. Das brachte ihm den Vorwurf des Antisemitismus ein.


Am 6.04.12 beklagte sich Günter Grass in Spiegel-Online: „Ich war immer gewohnt, dass meine Werke, große und kleine, auf heftige Kritik stoßen. Doch nun bin ich enttäuscht darüber, dass der kränkende und pauschale Vorwurf des Antisemitismus gegen mich erhoben wurde.“ Damit fühlt sich Grass, der die Welt mit seinem Gedicht warnen wollte, völlig missverstanden.

Am 6.04.12 erklärte der Literaturnobelpreisträger der Süddeutschen Zeitung, dass er dieses Werk jetzt anders fassen würde: „Ich hätte in meiner Kritik deutlicher zum Ausdruck bringen sollen, dass ich nicht Israel, sondern die Politik der derzeitigen Regierung Israels habe treffen wollen.“ Damit hätte sich der Schriftsteller vielleicht den Vorwurf des Antisemitismus erspart. Der Punkt an der Sache ist aber, dass der Weltfrieden aus ganz anderen Gründen gefährdet ist.

Alle Probleme und auch die im Nahost existieren aufgrund uralter Denkstrukturen. Denke einmal über die Aussage des Albert Einstein nach, der irgendwo sagte: "We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them."

Albert Einstein hatte völlig recht: Wir können unsere Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen, welches sie kreiert hat. Wir müssen lernen, völlig neu zu denken. Wie könnte das bewerkstelligt werden? Meiner Meinung nach muss der Mensch beginnen, mit dem Herzen zu denken.

Das Denken mit dem Herzen hat mit dem herkömmlichen Denken nichts zu tun. Wenn Du z.B. ein Problem hast, dann besteht das alte Denken darin, die Lösung mit dem Kopf zu finden. Wenn Du jedoch mit dem Herzen denkst, dann musst Du das Problem mit großer Aufmerksamkeit betrachten ... ohne darüber nachzudenken. Praktisch bedeutet das, dass Du die Sache nun mit dem Herzen betrachtest. Und wenn Du das tust, dann könntest Du plötzlich auf Lösungen kommen, die der Kopf niemals vorschlagen würde. Du könntest Dir z.B. Deines Mitgefühls bewusst werden, das in Deinem Herzen wohnt.

Beim Auftreten von Mitgefühl verschwindet die alte Ich-Bezogenheit. Jetzt zählt nicht mehr der eigene Vorteil, sondern Du empfindest Mitgefühl mit der Problematik des Anderen. Es ist wie mit der Sonne … wenn sie aufgeht, dann verschwindet die Dunkelheit. Das Herz gibt immer. Das ist wahres Verständnis. Und genau das braucht die ganze Welt.






                                        

Freitag, 23. März 2012

Toulouse

Am 22.03.2012 wurde Mohamed M. von französischen Elite-Polizisten erschossen. Der sog. „Killer von Toulouse“ hatte die Welt zwölf Tage lang in Atem gehalten. Lt. Medien hatte er sich dazu bekannt, sieben Menschen, darunter drei Kinder, getötet zu haben.

Am 22.03.2012 schrieb Bild.de:

„Wie viel Hass kann ein Mensch in sich tragen? Wie skrupellos kann ein Mann sein? Wohl um sich an seinen Taten zu berauschen und Propaganda im Internet zu betreiben, filmte Mohamed Merah seine Morde. Kurz vor tödlichen Kopfschuss, erklärte Merah seinem ersten Opfer, einem französischen Soldaten: "Du tötest meine Brüder, und ich töte Dich!“

Nach ersten Erkenntnissen soll sich der Attentäter durch den Kontakt mit dem salafistischen Islam radikalisiert haben. Die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) klärt auf:

„Salafisten sind Anhänger unterschiedlicher religiöser und politischer Bewegungen, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründeten und am idealisierten Bild des Frühislam orientieren. Der Salafismus predigt die strenge und wörtliche Befolgung der in den islamischen Quellen niedergelegten Gebote. Die nicht-islamische Gesellschaft wird als feindlich, unmoralisch und dekadent verteufelt. Damit sind Anknüpfungspunkte zum Dschihadimus, dem gewaltsamen Kampf für eine islamische Gesellschaft, geboten."

Mohamed M. hat seine Ziele verwirklicht, Menschen aus idealistischem Hass zu töten. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass er glücklich war, als er im Kugelhagel der französischen Polizisten starb. Was war sein Motiv? Wer sich radikalen Bewegungen anschließt, ist in Wirklichkeit auf der Suche nach Gemeinschaft und Freundschaft ... und Sinn und Halt im Leben. Die wahre Geborgenheit ist jedoch nicht im Außen zu finden, sondern im Inneren, im Raum des Herzens. Dort sind wir eins mit uns selbst. Vorstellungen von einer besseren Welt existieren hier überhaupt nicht. Wer diesen Raum kennt, der weiß, dass die Welt, so wie sie ist, vollkommen in Ordnung ist. Würden wir uns alle dieses Raumes bewusst sein, hätten wir die sozialen Verhältnisse, die wir uns alle wünschen.

Um dem Raum des Herzens nahe zu sein, müssen wir lernen, Verantwortung für unseren emotionalen Zustand zu übernehmen. Das bedeutet, dass wir aller Emotionen bewusst sein müssen, die sich in uns ausbreiten wollen. Wenn Mohamed Merah bereit gewesen wäre, seinen Hass anzunehmen und mit ihm zu verschmelzen, dann hätte er überhaupt keinen Grund gehabt, irgendjemanden zu töten. Dann wäre er ein stiller friedlicher Mann gewesen und niemand hätte jemals Notiz von ihm genommen.

Dienstag, 20. März 2012

München 72 – Das Attentat

Am 19.03.2012 lief im Zweiten Deutschen Fernsehen der historische Film „München 72 – Das Attentat“. Der vom israelischen Regisseur Dror Z. spannend inszenierte Film beschreibt den Überfall auf die israelische Olympiamannschaft während der Olympischen Spiele 1972 in München. Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse, die man im Internet überall nachlesen kann:

„Am frühen Morgen des 5. September 1972 stürmten palästinensische Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ das olympische Quartier des israelischen Teams. Zwei Sportler wurden sofort erschossen, neun als Geiseln genommen. Die Forderung der Terroristen: die Freilassung von über 200 in Israel gefangenen Palästinensern. Innenminister Hans-Dietrich Genscher bot sich als Austauschgeisel an, was jedoch abgelehnt wurde. Nach stundenlangen Verhandlungen flogen die Terroristen und die Geiseln am Abend per Helikopter zum Flugplatz Fürstenfeldbruck, von dort aus sollte es in einer bereitgestellten Boeing nach Kairo gehen.

Der Krisenstab versagte spektakulär: So gab es nur fünf Scharfschützen für acht Geiselnehmer, angeforderte Panzerwagen blieben im Stau stecken, als Bordpersonal getarnte Polizisten verließen in letzter Sekunde aus Angst die Boeing. Es kam zur Schießerei, alle Geiseln wurden getötet. Fünf Terroristen wurden erschossen, die drei Überlebenden kurze Zeit später während der Entführung der Lufthansa-Maschine „Kiel“ aus dem Gefängnis freigepresst.“

Eine der Geiseln, die auf dem Flugplatz von Fürstenfeldbruck getötet wurden, war der Trainer der israelischen Fechtmannschaft André S.. Er hinterließ eine Frau und ein kleines Baby. Die Witwe hat angeblich wieder geheiratet, drei weitere Kinder bekommen und sich dann scheiden lassen. Die heute 66-jährige sagte in einem Interview: „Dass A. seine Tochter nicht aufwachsen sehen konnte – das ist ein lebenslanger Schmerz.“

Ist es nicht merkwürdig, wie lange wir Schmerzen festhalten? Meine Eltern haben sich als Holocaustüberlebende im Jahr 1945 am Bahnhof von Lodz/Polen kennengelernt. Bald wurde meine Mutter schwanger und brachte mich am 27. April 1946 in Deutschland zur Welt. Doch meine Eltern vertrugen sich nicht. Beide waren von den Ereignissen in den Konzentrationslagern traumatisiert und fanden keinen Frieden miteinander.

Meine Mutter redete viel von Palästina, dem Land, wo sie keine Angst vor den Deutschen haben musste. Als ich sechs Jahre alt war, stand die 23-jährige mit ihrem kleinen Koffer traurig vor mir, drückte mich schluchzend an sich und machte sich auf den Weg ins Gelobte Land. Der Schock fuhr mir in Leib und Seele und ließ mich 60 Jahre nicht mehr los.

Nichtsdestotrotz bin ich meinem Schicksal dankbar ... es ließ mich zum Sucher werden. Materielles Glück war nie mein Ding, ich suchte unermüdlich das absolute Glücklichsein. Im Jahr 1979 wurde ich Schüler von Osho und begann, täglich eine Stunde zu meditieren. 30 Jahre später am 5.9.2009 erlebte ich ein plötzliches spirituelles Erwachen ... seither hat sich alles verändert, obwohl sich nichts verändert hat. In den folgenden Wochen wurde mir klar, dass das Leiden daher kommt, weil man sich zeit seines Lebens an negative Gefühle klammert.

Der beste Weg, sich von seinen inneren Leiden zu befreien, liegt darin, jede negative Emotion anzunehmen. Denn dadurch wird eine Distanz erzeugt, die eine Identifikation mit ihr verhindert. So besehen fände der Schmerz der Ankie Spitzer ein jähes Ende. Ich wünschte, sie würde ihren Schmerz annehmen und fühlen, bis sie mit ihnen verschmilz. Dann wäre ihr lebenslanger Schmerz in einem Moment beendet.

Mittwoch, 7. März 2012

Fühlen

Wissenschaftler haben untersucht, warum wir die Musik so lieben. Sie vermuten, dass es an der Ähnlichkeit der Instrumentenklänge mit der menschlichen Sprache liegt. Ich glaube jedoch, dass uns die Musik deshalb verzaubert, weil wir durch sie unsere Emotionen so herrlich fühlen können.

Was wären die großen Filme ohne die Musik? Sie erhebt uns in höchste Höhen und stürzt uns in tiefste Täler. Emotionen packen uns ... Angst, Verzweiflung, Wut und Enttäuschung. Wir fühlen mit, was uns die Bilder zeigen.

Auf welche Weise lauschst Du einem schönen Musikstück, wie z.B. der „Meditation“ von Jules Massenet? Bleibst Du beim Fühlen oder schweifst Du gedanklich ab? Fühlen heißt, den emotionalen Prozess zu beobachten. In dem Moment, wo Du anfängst nachzudenken, fühlst Du nicht mehr.

Wenn Du Dich z.B. ärgerst, sei es zu Recht oder zu Unrecht, dann fühle diese Emotion in ihrem ganzen Ausmaß. Denke nicht über den Anlass nach. Was passiert ist, ist vorbei. Es ist nicht mehr zu ändern. Bleibe beim Gefühl des Ärgers und er kann sich auflösen. Handelt es sich um ein kleines Ärgernis, dann verfliegt das Gefühl schnell. Wenn Du Dich kräftig geärgert hast, dann wird der Ärger in Deinem Bauchraum verbrennen. Du kannst das Feuer deutlich spüren.

Immer wieder schauen mich Menschen erstaunt an, wenn ich über das Fühlen spreche. Sie sind davon überzeugt, dass sie fühlen können. Doch sie verwechseln fühlen mit Empfinden. Sobald sie sich über etwas ärgern, ist das noch eine Empfindung. Doch wird der Ärger auf die rationale Ebene verlegt -und das tun wir alle- wird er gar nicht mehr gefühlt.

Unsere Lebensenergie bewegt sich nicht auf statischem Weg vorwärts, sondern von Pol zu Gegenpol hin und her schwingend. Somit wird klar, dass wir innerlich gestört sind, wenn wir den Schwung zu negativen Emotionen nicht zulassen.

Mache ein kleines Experiment: Mach Deine Augen zu und denke an ein schönes Erlebnis. Gib Dich den positiven Gefühlen hin und koste sie aus. Wahrscheinlich fällt es Dir leicht, sie zu fühlen. Und nun schwenke zum Gegenteil um. Denke an ein Erlebnis, wo Du Dich schlecht gefühlt hast. Gebe Dich ganz diesem Gefühl hin. Merkst Du, dass Du das Erlebte sofort gedanklich bearbeiten willst? Genau das verhindert den Prozess des Fühlens.

Die Ursache liegt darin, dass unser Gehirn aus drei Teilen besteht: das Reptilienhirn, das emotionale Hirn und das denkende Hirn. Im Internet habe ich eine kleine Geschichte gelesen, die die unterschiedlichen Funktionen gut veranschaulicht. Stell Dir vor, Du fährst Auto und plötzlich bremst direkt vor Dir ein Lastkraftwagen scharf ab. In Deinem Kopf passiert das Folgende:

1. Dein Reptilienhirn lässt Dich das Lenkrad herumreißen und auf die Bremse treten.

2. Dein emotionales Gehirn schüttet Angst- und Panikhormone wie z.B. Adrenalin aus, um Deine
    Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen.

3. Dein denkendes Gehirn ist zeitgeschichtlich das jüngste der drei Hirne. Es beginnt, die Situation zu
    analysieren, sobald die Gefahr überstanden ist.


Keines unserer Hirne ist dafür gedacht, Emotionen zu verarbeiten. Solange es um positive Gefühle geht, haben wir keine Probleme. Doch das Fühlen negativer Gefühle müssen wir üben, üben, üben. Diese Übung ist ein Bewusstseinsprozess. Sie hilft uns, unbewusste Verhaltens- und Reaktionsmuster zu vermeiden.

Das Fühlen ist eine Meditationstechnik, die aus dem Vigyana Bhairava Tantra stammt. Diese uralte Schrift besagt, dass Du die Situation, die Deinen Ärger hervorgebracht hat, nicht verändern sollst. Denn wenn Du das tust, dann versuchst Du, Deinen Ärger zu kontrollieren. Denke also nicht über den Ärger nach, sondern gib Dich dem Ärgergefühl hin, bis Du schließlich mit ihm verschmilzt. Diese Technik ist ganz einfach ... und doch ist sie schwierig, weil wir über unsere Emotionen aus Gewohnheit nachdenken. Doch Übung macht den Meister.

Hier ein Tipp: Es ist hilfreich, wenn Du eine kleine Übungsgruppe kreierst. Finde heraus, wer in Deinem Freundes- und Bekanntenkreis Interesse hat, sich von seinen negativen Emotionen zu befreien. Gemeinsam lassen sich die besten Fortschritte machen. Trefft Euch regelmäßig und sprecht über Euere Erfahrungen.